Hast la victoria siempre

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Mittwoch, 27. März 2013

Scheisse, scheisse, scheisse....

Tera ist ja vor nunmehr ungefähr einem Monat durch meine Schuld ziemlich übel zerbissen worden. Zwar waren die Bisswunden alle oberflächlich und nichts musste genäht oder geklammert werden, aber alle Bisse von den kleinen Hawi-Mädels haben sich natürlich entzündet und sind zu recht grossen Abszessen geworden, die ich sowie ich dran kam, dann auch ein paarmal gespült habe, wobei die Behandlungsmöglichkeiten bei Tera sich sehr in Grenzen halten, denn sie lässt sich nunmal nicht handhaben wie eine zutrauliche Farbratte, sondern schreit, zappelt und beisst. Nunmehr sind alle ehemaligen Abszesse offen, die nekrotische Haut ist weg und die frische, junge Haut darunter heilt. Allerdings sieht mein armer Liebling so aus, als wenn ein LKW auf ihr geparkt hätte. Seit der von mir verschuldete Unfall sich ereignet hat, verging kein Tag, an dem ihr Leiden und der Anblick ihrer Wunden mir nicht meine Schuld vor Augen gehalten hat. Ich habe die ganze Zeit schon ein schrecklich schlechtes Gewissen, dass die arme kleine Süsse, diese Qualen meiner Dummheit wegen erleiden muss.
Und nun seh ich gestern abend mit einem unbeschreiblichen Schrecken, dass die Arme einen echten Ballonfuss hat. Der linke Fuss ist prall und dick geschwollen und doppelt so dick, wie ein Rattenfuss normalerweise aussehen darf. Gestern gelang es mir zumindest, ihr Schmerzmittel und Entzündungshemmer, sowie etwas Antibiotikum einzuflössen. Alleine das ist ein Drama bei Tera, denn, wenn sie das Metacam (das ist ein süsses und - wie ich finde - recht wohlschmeckendes, aber geschmacksintensives Schmerzmittel und Entzündungshemmer) wahrnimmt, dann kann ich den Löffel mit der Paste und den Medikamenten eigentlich selber essen, denn sie verweigert dann jede Zusammenarbeit. Nur wenn ich soviel Paste untermische, dass sie das Metacam nicht mehr bemerkt, dann hab ich ne Chance, ihr den Kram in zwei bis drei Portionen einzuflössen.
Gestern gelang es mir darüberhinaus auch, den Fuss zweimal mit Rivanolsalbe einzucremen, aber auch das wird bei Tera zu Drama, denn natürlich versucht sie alles, sich der Behandlung zu entziehen.
Jetzt hilft natürlich gar nix, der Fuss ist heute so dick wie gestern abend. Wir werden gleich zum Tierarzt fahren. Nur ist eben das Problem, dass ich mir kaum vorstellen kann, was denen einfallen soll, was ich nicht eh versuchen würde. Bin mal gespannt...
Das Problem ist eben einfach, wenn das Tier nicht zu überreden ist, die Behandlung zu erdulden. Dann hat man einfach nur seeeeeeehr eingeschränkte Möglichkeiten, eben weil selbst das Berühren zum Einsalben für das Tier einen extremen Grenzübertritt bedeutet.Und bei Tera hab ich durch die Behandlung ihrer Abszesse schon sehr viel Vertrauen verspielt.
Ich hatte mir so sehr ein paar entspannte, freie Tage gewünscht und nun sitz ich hier an meinem ersten Urlaubstag mit einem bohrend schlechten Gewissen und mach mir Sorgen um meinen kleinen Schatz.
Update: Tera gab den sterbenden Schwan. Manchmal könnte ich vor Rührung lachheulen.... Tera liess sich in die Hand nehmen, hielt komplett still, liess an ihrem Fuss herumdrücken und sich behandeln, wie die nur denkbar zutraulichste Farbratte der Welt. Die Tierärztin, die Tera bereits als wildes und wehrhaftes Tier kennenlernen durfte, war ob Teras Verhalten sehr besorgt und beunruhigt und bestellte uns für kommenden Samstag erneut ein, da Tera den Eindruck machte, in den letzten Zügen zu liegen. Ich kann mir ihr Verhalten ehrlich nicht ganz erklären, da sie ansonsten bis auf das Handicap, den Fuss nicht wirklich belasten zu können, eigentlich ganz kregel ist. Aber vielleicht hat sie es ja verstanden, als ich ihr erklärte, dass das alles nur zu ihrem Besten geschehe.
Jedenfalls ist die Entzündung wohl  auf eine Bissstelle zurückzuführen, wobei ich mir beim besten Willen nicht erklären kann, wann und durch wen sie sich das eingefangen hat. Jedenfalls hat sie nun ersteinmal ein Convenia (Antibiotikum) Depot gespritzt bekommen und wird zusätzlich noch mit einem zweiten Antibiotikum oral behandelt werden. Ausserdem werde ich natürlich mehrmals tgl. versuchen, den Fuss einzusalben. Drückt uns nun bitte alle kräftig die Daumen, dass wir das a) so hinbekommen werden und b) die Entzündung ganz schnell in den Griff bekommen werden....

Kommentare:

  1. Oh nein. Das arme Mäuschen trifft es aber auch echt dicke!!! Das darf doch nicht wahr sein! Ich hoffe so so sehr, dass die kleine Nase Linderung bekommen kann.
    Auch mit dir fühle ich mit. Ich kann mir so gut vorstellen, wie du dich fühlen magst. Und es tut mir so leid. Unfälle geschehen halt, ist ja klar. Aber so ein Satz tröstet nicht. Ich weiß das. :(

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  2. Das Problem ist ja, dass man sich eh schon immer verantwortlich fühlt und immer die wichtigen und richtigen Entscheidungen treffen muss. Das lastet eh schon auf mir - sich für oder gegen Tumoroperationen zu entscheiden, trotz später Stunde oder am Wochenende zu entschneiden, ob man etwas bis morgen warten lässt, oder dcoh noch eben den Nottierarzt aufsucht usw. usf. Umso beschissener ist es, wenn man ein Tier leiden sieht, das aufgrund der eigenen Blödheit in diese Lage gekommen ist. Wobei ich ihre älteren Verletzungen meine. Wann es wie zu dem neueren Biss am Fuss gekommen ist, habe ich nicht die allergeringste Ahnung.....

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  3. Tera lässt sich vollkommen ruhig den Fuss mit Rivanolsalbe eincremen und verhält sich überraschend kooperativ. Der Fuss ist schon ein bisschen abgeschwollen, aber noch weit jenseits von gut. Sie belastet den Fuss aber schon vorsichtig und läuft wieder erheblich besser - auch gestern abend schon. Ich hoffe nur inständig, dass da nicht auch wie bei anderen Abszessen grossräumig die Haut in Mitleidenschaft gerät und dann ne grössere offene Wunde entsteht.

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